Odessa Wolffs

Historischer Werdegang der Freiherren von Wolff in Südrussland und Besserabien

Die Familiengeschichte der Freiherren von Wolff sind nicht vollständig und lückenhaft dokumentiert. So ist urkundlich nachgewiesen, dass Johann Sigismund Adam Wolff nicht drei sondern vier Söhne hatte. Der erste eheliche Sohn von Johann Sigismund Adam Wolff war der am 17.12.1804 auf Semershof geborene Ernst Gottlieb Wolff. Dieser wurde laut Taufurkunde 1807 in der Rigaer Domkirche auf gleichen Namen getauft.

Im Jahre 1827 registrierte sich Ernst Gottlieb Wolff „bei persönlicher Anwesenheit“ als Kolonist in Kiew und reiste weiter nach Südrussland, wo er unter Fürst Woronow bei der Urbanisierung und Kolonialisierung Bessarabiens und der Region Wolga mit deutschen Aussiedlern half.

Fürst Woronzow und Neu Laitzen

Bevor Neu Laitzen in den Besitz der Familie Wolff überging, war das Gut mit dem Wirken eines Mannes verbunden, der die Zukunft des russischen Südens wie kaum ein anderer prägte: Fürst Michail Woronzow. 1823 wurde Woronzow Generalgouverneur von Noworossia und Bessarabien, einem riesigen Territorium, das sich vom Schwarzen Meer bis tief ins Landesinnere erstreckte. Von seinem Verwaltungssitz in Odessa und seiner Privatresidenz in Alupka auf der Krim aus lenkte er die Entwicklung einer Region, die im 19. Jahrhundert zu den dynamischsten Teilen des Russischen Reiches zählte.

Woronzow formte Odessa zu einer modernen Hafen- und Handelsstadt: Er engagierte westeuropäische Ingenieure und Ärzte, initiierte groß angelegte städtebauliche Projekte und gründete Institutionen, die den geistigen und kulturellen Aufstieg der Stadt begründeten – darunter ein Theater, eine öffentliche Bibliothek, ein Lyzeum, ein Institut für orientalische Sprachen sowie mehrere wissenschaftliche Gesellschaften. Er unterstützte darüber hinaus englische und französische Lokalzeitungen, die das geistige Leben Odessas beleben sollten.

Fürst Michail Semjonowitsch Woronzow (geboren 19. Mai 1782 in Sankt Petersburg; gestorben am 6. November 1856 in Odessa) war ein russischer Offizier und Politiker. Er war Kommandeur der russischen Streitkräfte unter Wellington, Generalgouverneur von Neurussland und Bessarabien sowie Vizekönig des Kaukasus. Er verfocht liberale freimaurerische Ideen, modernisierte Südrussland und den Südkaukasus.

Seine Regierung war für viele Menschen ein Hoffnungssignal: Unter Woronzows Herrschaft verfolgte man entflohene Leibeigene nicht, wodurch der russische Süden zu einem Zufluchtsort für Menschen wurde, die eine neue Existenz suchten. Die expandierende Wirtschaft bot ihnen Arbeit, besonders in den schnell wachsenden Hafenstädten. Zwischen 1823 und 1849 verdoppelte sich die Bevölkerung Odessas, ein beeindruckender Beleg für Woronzows Gestaltungskraft und die Attraktivität seiner Reformpolitik.

Vor diesem Hintergrund ist auch die Geschichte von Neu Laitzen zu verstehen. 1789 ging das Herrenhaus aus Woronzows Besitz in den der Familie Wolff über, die es weiter ausbaute und zu einem bedeutenden Gutshof formte. Die Welt, die Woronzow im Süden gestaltete, sollte später auch den Weg jener Familienmitglieder prägen, die dem Aufruf nach Pioniergeist und neuen Chancen folgten.

Ernst Gottlieb von Wolff – Weg nach Odessa

Die Überlieferung der Freiherren von Wolff ist nur in Teilen vollständig, und manche Spuren verlieren sich im Verlauf der Generationen. Fest steht jedoch, dass Johann Sigismund Adam Wolff vier Söhne hatte, nicht drei, wie lange angenommen wurde. Sein erstgeborener ehelicher Sohn, Ernst Gottlieb Wolff, wurde am 17. Dezember 1804 auf Semershof geboren und 1807 in der Rigaer Domkirche getauft.

Als junger Mann entschied sich Ernst Gottlieb Wolff, die baltische Heimat zu verlassen. 1827 registrierte er sich persönlich in Kiew als Kolonist. Ein Schritt, der seinen Eintritt in den großen Siedlungs- und Entwicklungsprozess des russischen Südens markierte. Von dort führte ihn sein Weg in jene dynamischen Regionen, in denen auch Fürst Woronzow wirkte: in die Region Odessa, Bessarabien und auf die Krim.

Über die genaue Verbindung zwischen Fürst Woronzow und Ernst Gottlieb Wolff lässt sich heute nur spekulieren. Doch spricht vieles dafür, dass man sich aus dem baltischen Adel und Offiziersmilieu kannte und dass diese Bekanntschaft einen wichtigen Anstoß gegeben haben könnte. Fürst Woronzows Ruf als Reformer und Gestalter des russischen Südens, verbunden mit persönlichen oder familiären Berührungspunkten aus dem Baltikum, machte es für Ernst Gottlieb Wolff naheliegend, ihm zu folgen. Sicher ist jedenfalls, dass es eine Beziehung oder zumindest eine Nähe zwischen beiden Männern gegeben haben muss, die Ernst Gottlieb Wolff Entscheidung für den Süden maßgeblich beeinflusste, eine Verbindung, die sich in seinem späteren Wirken deutlich widerspiegelt.

In Südrussland beteiligte sich Ernst Gottlieb Wolff an Urbanisierungs- und Kolonisationsprojekten, unterstützte die Ansiedlung deutscher Auswanderer in Bessarabien und half beim Aufbau neuer Gemeinden. Sein Leben steht damit exemplarisch für jene baltischen Familienmitglieder, die in dieser Zeit Pionierarbeit im Süden des Reiches leisteten – getragen von Mut, Neugier und dem Einfluss bedeutender Persönlichkeiten wie Fürst Woronzow.

Stammreihe Ernst Gottlieb von Wolff

II. Linie: Laitzen, 1.Ast: Semershof (lett.: Zemeriene):

Johann Sigismund Adam Wolff (1779 – 1824)
  • Ernst Gottlieb Wolff (1804 – 1888)
    • Jakob Wolff (ca. 1834 – 1892)
      • Christian Wolff (1861 – 1938)
        • Wilhelm Wolff (1897 – 1907)
        • Friedrich Wolff (1895 – 1907)
        • Michael Wolff (1892 – 1936)
          • David Wolff (1911 – 1943)
          • Wilhelm Wolff (1913 – 1944)
            • Ewald Wolff (1938 – 1941)
            • Artur Wolff (1940 – 2005)
              • Sandra Wolff (1971)
            • Gerda Wolff (1940 – 2025)
            • Helga Klara Wolff (1942)
              • Harriet Wolff (1965)
            • Wilhelm Wolff (1944)
              • Oliver Wilhelm Wolff (1973)
                • Marius Wilhelm Adam Wolff (2006)
                • Magnus Wilhelm Hans Wolff (2010)
                • Karolina Elise Wolff (2014)

Johann Sigismund Adam Wolff (1779 – 1824)

Ernst Gottlieb Wolff (1804 – 1888)

  • Jakob Wolff (ca. 1834 – 1892)
    • Christian Wolff (1861 – 1938)
      • Wilhelm Wolff (1897 – 1907)
      • Friedrich Wolff (1895 – 1907)
      • Michael Wolff (1892 – 1936)
        • David Wolff (1911 – 1943)
        • Wilhelm Wolff (1913 – 1944)
          • Ewald Wolff (1938 – 1941)
          • Artur Wolff (1940 – 2005)
            • Sandra Wolff (*1971)
          • Gerda Wolff (*1940 – 2025)
          • Helga Klara Wolff (*1942)
            • Harriet Wolff (*1965)
          • Wilhelm Wolff (*1944)
            • Oliver Wilhelm Wolff (*1973)
              • Marius Wilhelm Adam Wolff (*2006)
              • Magnus Wilhelm Hans Wolff (*2010)
              • Karolina Elise Wolff (*2014)

Bessarabien Deutsche

Siedlungskarte von 1939

Die Bessarabien Deutschen (rumänisch Germani basarabeni) waren eine deutsche Siedlergruppe und deutschsprachige Minderheit, die von 1814 bis 1940 in Bessarabien lebte – einem Gebiet, das heute zwischen der Republik Moldau und der Ukraine aufgeteilt ist. Sie entstanden durch gezielte Ansiedlungspolitik des Russischen Kaiserreiches: rund 9.000 Auswanderer aus Baden, Württemberg, dem Elsass, Bayern und den damals preußischen Gebieten des heutigen Polens siedelten sich zwischen 1814 und 1842 im südlichen Schwarzmeerraum an. Das Gebiet, damals Teil des russischen Neurussland, wurde später zum Gouvernement Bessarabien.

Während ihrer etwa 125-jährigen Geschichte bildeten die Bessarabien Deutschen eine fast ausschließlich bäuerliche Bevölkerung und stellten mit etwa drei Prozent Bevölkerungsanteil zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine kleine Minderheit dar.

Die Freude über die neue Heimat in Westpreussen währte nur kurz. So mußten die Wolffs bereits 1945 vor der heranrückenden Sowjetarmee über Mecklenburg nach Sachsen-Anhalt fliehen. In Mecklenburg wurde der Familie durch die Deutsche Wehrmacht die  verbliebenen Wertgegenstände und Dokumente abgenommen. Nach dem „Raubüberfall“ führte der Weg auf ein Rittergut bei Magdeburg. Dort wurde man dann 1945 von der Sowjetarmee eingeholt.

Von 1946 bis 1954 lebten die Wolffs aus Angst unter falschem Namen in einem der Nebengebäuden des Ritterguts. 1954 gelang die Flucht in den Westen über die Aufnahmelager Gießen, Ludwigsburg, Balingen und Sankt Johann im Kreis Reutlingen.

Gerne stellen wir auf Anfrage einem ausgewählten fachkundigem Personenkreis unsere Dokumente und Urkunden zur Verfügung.


Quellen: Siehe Impressum

Wirtschaftliche Expansion bis 1919

Die in die Familie Wolff eingeheiratete Olga Maria, geborene Bohnet (Bonnet), entstammte einer ursprünglich aus Frankreich stammenden Hugenottenfamilie, die im 16. Jahrhundert vertrieben wurden und über Preussen nach Südrussland einwanderten.

Die Familie Bohnet spielte eine prägende Rolle bei der Kolonisation und dem Aufbau Bessarabiens und Südrussland. Ihre Mitglieder wirkten früh aktiv am öffentlichen Leben mit: Sie beteiligten sich unter anderem am Bau der Kirche im deutschen Siedlungsort Leipzig/Bessarabien (heute: Serpnewe) und übernahmen über Generationen hinweg wichtige Verwaltungs- und Gemeindefunktionen, die wesentlich zur Entwicklung der jungen Kolonien beitrugen.

v.l. Olga Maria, Mutter Katharina Bohnet und Cousine Erna Merz
Kirche von Leipzig/Besserabien nach Ihrer Errichtung​

Mit Olga Maria brachte die Familie Bohnet nicht nur eine angesehene Herkunft, sondern auch eine beträchtliche Mitgift in die Familie Wolff ein. Zu dieser Mitgift zählte insbesondere das Gut Petrowka im Kreis Tiraspol, das mit seinen ausgedehnten Ländereien das größte zusammenhängende Gut der Region darstellte. Dieser außergewöhnliche Besitz bildete eine solide wirtschaftliche Grundlage und stärkte die Stellung der Familie Wolff im sich rasant entwickelnden Raum von Odessa und Südrussland erheblich. In dieser Phase wies auch diese Linie der Familie Wolff ihre unternehmerische Begabung eindrucksvoll nach:

Bereits im 18. Jahrhundert verfügte die Familie Wolff zudem über die größte zusammenhängende Länderei in der Region Tiraspol – ein Zeichen ihres frühen Einflusses und ihrer nachhaltigen wirtschaftlichen Kraft.

Am Ende des 19. Jahrhunderts waren die Wolffs an Banken, einer Schiffswerft, Handelskontoren und Weingütern beteiligt und galten als fester Bestandteil der aufsteigenden Wirtschaftselite des Schwarzmeergebiets.

Die Zeit zwischen 1919 und 1939

Die Zeit zwischen den Jahren von 1919 bis 1939 waren für die Deutschen in Russland sehr schwer. Auf dem II. Allrussischen Sowjetkongress von 1917 verabschiedeten die Bolschewiki das (2.) Diskret über die „entschädigungslose Enteignung allen Landbesitzes in privater Hand“, was den Verlust allen Eigentums in Russland bedeutete.

Im ehemaligen Bessarabien stellte sich die Situation etwas besser dar. Nach Ausbruch der Roten Revolution übernahm im November 1917 eine autonome Vollversammlung mit Sitz in Kischinew die Regierung. Am 2. Dezember 1917 erklärte die Vollversammlung Bessarabien als Moldauische Demokratische Republik unabhängig. Ähnliches geschah auch in der Ukraine, am Don und auf der Krim. Die Verhältnisse im Lande waren chaotisch, denn die russische Front des Ersten Weltkrieges hatte sich aufgelöst. Des Weiteren hatten sowjetische Truppen des Rumtscherod am 5. Januar 1918 Kischinew besetzt und so geriet Bessarabien für wenige Tage im Januar 1918 in die Hände der Bolschewisten. Die Vollversammlung rief Rumänien um militärischen Beistand an, woraufhin rumänische Truppen einmarschierten.

Am 9. April 1918 erklärte Bessarabien bei großer Begeisterung der Bevölkerung, unter Beibehalt einer Teilautonomie, den Anschluss an Groß-Rumänien. Im November 1918 wurde die Vereinigung mit Rumänien vollzogen. Die völkerrechtliche Anerkennung Bessarabiens als Teil Rumäniens kam 1920 im Friedensvertrag von Versailles zustande. Das Gebiet wurde Rumänien zugesprochen.

Die nach 1922 entstandene Sowjetunion hatte den Verlust Bessarabiens nie anerkannt, und beanspruchte das Land weiterhin. Deshalb wurde am Ostufer des Dnister 1924 die „Moldauische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik“ (MASSR) gegründet.

Anfangs wurde noch die Autonomie Bessarabiens im rumänischen Staat respektiert, aber mit der Zeit setzte sich die zentralistische Verwaltung durch. In der Zwischenkriegszeit von 1918–1940 gab es eine wirtschaftliche Entwicklung und Rumänen setzte sich stark für den Ausbau der Infrastruktur in Bessarabien ein. Ein gewisser Rumänisierungsdruck auf Minderheiten fand in Bessarabien dennoch statt. Dieser war jedoch nicht so stark wie die zuvor stattgefundene Russifizierung. Die Institutionen der Minderheiten blieben weitgehend bestehen. Probleme bereiteten die innenpolitisch schwierigen Verhältnisse in Rumänien wie etwa der Aufstieg der ultranationalistischen, antisemitischen und faschistischen Eisernen Garde, die 1937 drittstärkste Partei bei den rumänischen Parlamentswahlen wurde.

Im Zuge der geopolitischen Entwicklungen des Zweiten Weltkriegs veränderte sich ihr Schicksal grundlegend: Nach der sowjetischen Besetzung Bessarabiens im Sommer 1940, gedeckt durch den Hitler-Stalin-Pakt, folgten die Bessarabien Deutschen dem Aufruf zur Umsiedlung ins Deutsche Reich. Rund 93.000 Menschen verließen zwischen Ende 1940 und Anfang 1941 ihre Heimat – nahezu die gesamte deutschbessarabische Bevölkerung – unter dem propagierten Motto „Heim ins Reich“.

Hitler-Stalin-Pakt und die Umsiedlung ins Deutsche Reich

Neuansiedlung von Deutschen im Warthegau

Neuansiedlung der Deutschen im Warthegau

Mit dem Hitler-Stalin-Pakt von 1939 und der anschließenden sowjetischen Besetzung Bessarabiens im Sommer 1940 änderte sich das Schicksal der Familie Wolff grundlegend. Wie nahezu alle deutschstämmigen Familien der Region wurde auch sie im Rahmen der Aktion „Heim ins Reich“ zur Umsiedlung gedrängt. Die Wolffs mussten ihr Heimatland, ihre wirtschaftlichen Grundlagen und die ihnen noch verbliebenen Ländereien unverzüglich aufgeben. Die vom Deutschen Reich zugesagte Entschädigung für den zurückgelassenen Besitz wurde nie umgesetzt, sodass die Familie ihr gesamtes Vermögen verlor.

Die Umsiedlung führte die Familie zunächst nach Leipzig/Sachsen, wohin viele Bessarabien Deutsche in dieser Phase gelangten. Dort wurden 1940 die Eheleute Wilhelm Wolff und Olga Maria Wolff, geb. Bohnet, sowie ihre damals drei Kinder – Ewald, Gerda und Artur – offiziell eingebürgert und mit dem Titel „Baron von Wolff“.

Einbürgerungsurkunde von 1940

Genealogisch bedeutsam ist, dass die beiden jüngeren Kinder, Gerda und Artur Wolff, während der Flucht bereits in Leipzig/Sachsen geboren wurden – ein Umstand, der die erzwungene Loslösung der Familie von ihrer angestammten Heimat besonders deutlich macht. Der älteste Sohn, Ewald, war noch in Leipzig/Bessarabien zur Welt gekommen und repräsentiert damit die letzte Generation der Wolffs, die unmittelbar dort verwurzelt war.

Die Umsiedlung markierte für die Familie einen tiefen Einschnitt: Der Verlust der bessarabiendeutschen Heimat und Vermögens, die Aufgabe der weit verzweigten Besitzungen und der erzwungene Neubeginn im Deutschen Reich bildeten einen Wendepunkt in der genealogischen Linie der Wolffs, der ihre Geschichte und Identität nachhaltig prägte.

Rittergut Mönkenwerth

Neue Heimat im Kreis Bromberg/Westpreussen

Die Wiederansiedlung der Familie Wolff erfolgte 1941 auf dem Rittergut Mönkenwerth im Kreis Bromberg/Westpreußen. Von 1941 bis 1944 lebte die Familie auf dem dortigen Rittergut. Westpreussen und das Warthegau wurde für viele umgesiedelte Bessarabien Deutsche nur zu einem Zwischenstopp vor der herannahenden Roten Armee.

In dieser Zeit wurde der Familienzweig der Wolffs um zwei Kinder erweitert: Helga Klara, geboren am 19. September 1942, und Wilhelm Wolff, geboren am 20. September 1944, beide auf dem Rittergut Mönkenwerth. Der älteste Sohn Ewald Wolff verstarb auf der Fahrt von Leipzig/Sachsen nach Westpreussen.

Rittergut Mönkenwerth 1939
Rittergut Mönkenwerth 1939
Rittergut Mönkenwerth 2016
Rittergut Mönkenwerth 2016

Der Familienvater Wilhelm Wolff war jedoch schon 1941 zur Wehrmacht eingezogen worden. Er kam 1944 im Baltikum, im Gebiet des heutigen Litauen, ums Leben, ein Schicksal, das die Familie während der ohnehin schwierigen Jahre der Umsiedlung und des Krieges schwer traf und ihre genealogische Linie nachhaltig prägte.

Wie bei fast allen Wölffen war auch bei Wilhelm Wolff die Leidenschaft für Pferde sehr ausgeprägt.

v.l. Arthur, Gerda und Helga Wolff
Wilhelm Wolff 1943

Flucht und Vertreibung

Arthur, Gerda, Helga und Wilhelm
v.l.h. Arthur, Gerda; v.l.v. Helga und Wilhelm

1944/1945 musste Olga Maria Wolff mit 4 kleinen Kindern vor der heranrückenden Roten Armee die neue Heimat bereits verlassen. Die Flucht führte über Mecklenburg, nach Sachsen-Anhalt. In Mecklenburg wurde der Familie durch die Deutsche Wehrmacht die verbliebenen Wertgegenstände und Dokumente abgenommen. Nach dem „Raubüberfall“ führte der Weg zu Bekannten in der Nähe von Magdeburg, wo man im Gestüt Unterkunft bekam. Dort wurde man dann 1945 von der Sowjetarmee eingeholt.

Von 1946 bis 1954 lebten Olga Maria Wolff mit ihren 4 Kindern aus Angst unter falschem Namen bei einer befreundeten Adelsfamilie in der Nähe von Magdeburg. Die Bekannten gewährten der alleinstehenden Mutter mit 4 Kindern Unterkunft und Verpflegung. Unterstützung erfuhr sie von Verwandten, die in Nachbarortschaften untergebracht worden waren.

1954 gelang die Flucht in den Westen über die Aufnahmelager Gießen, Ludwigsburg, Balingen und Sankt Johann im Kreis Reutlingen.

Ehemaliges Eingangstor (2008)
Ehemaliges Eingangstor (2008)
Eninger Weide, Lager St. Johann (1945)
Eninger Weide, Lager St. Johann (1945)
Ehemaliges Eingangstor (2008)
Ehemaliges Eingangstor (2008)
Eninger Weide, Lager St. Johann (1945)
Eninger Weide, Lager St. Johann (1945)

Die Familie und deren Nachkommen leben von 1954 bis heute im Kreis Reutlingen.

Zu den Wurzeln im Baltikum 2011

Baltikum

Im Jahr 2011 kam Baron Oliver Wilhelm von Wolff zurück ins Baltikum und gründete das Herrenhaus Neu-Semerhof im Bezirk Vorumaa/Estland, was bis heute von der Familie genutzt wird. Damit schloss sich ein Kreislauf von Flucht und Vertreibung und die Wolffs sind wieder, wo Sie per Definition hingehören, in ihrer alten und neuen Heimat – Livland.

Quellen: Siehe Impressum

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