Baltendeutsche

Die Baltendeutschen in Estland, Livland und Kurland

Die Deutsch-Balten (auch Deutschbalten oder Baltendeutsche) waren eine seit dem späten 12. Jahrhundert im Gebiet des heutigen Estlands und Lettlands ansässige deutschsprachige Minderheit, die über Jahrhunderte hinweg eine prägende Rolle in Religion, Kultur, Verwaltung und Bildung der Region spielte. Als führende gesellschaftliche Schicht stellten sie den Adel, große Teile des Bürgertums sowie lange Zeit die Mehrheit der Stadtbevölkerung in Estland, Livland und Kurland. Zugleich nahm der deutsch-baltische Adel eine bedeutende Stellung im Russischen Reich ein und brachte zahlreiche Minister, Militärführer, Wissenschaftler und Staatsmänner hervor. Die deutschsprachige Kaiserliche Universität Dorpat (heute Tartu) war insbesondere im 19. Jahrhundert ein anerkanntes Zentrum des deutschen Kultur- und Wissenschaftslebens.

Aus: Baltische Bürgerkunde. Versuch einer gemeinverständlichen Darstellung der Grundlagen des politischen und sozialen Lebens in den Ostseeprovinzen Russlands, Riga 1908, S, 361.

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts verstanden sich die deutschsprachigen Bewohner primär als Kurländer, Livländer oder Estländer, verbunden mit ihrer jeweiligen Landschaft. Erst unter der gemeinsamen Zugehörigkeit zum Russischen Reich entwickelte sich im 19. Jahrhundert ein übergreifendes Selbstverständnis, aus dem die Bezeichnung „Balten“ und später der präzisere Begriff „Deutsch-Balten“ hervorging. Als eine der ältesten deutschen Siedlergruppen Ostmitteleuropas prägten sie die Geschichte des Baltikums nachhaltig, bis ihre jahrhundertelange Präsenz im Zuge der Umsiedlungen während des Zweiten Weltkriegs und der anschließenden Flucht nach Westen endete. Heute leben nur noch wenige Deutschsprachige in den baltischen Staaten, doch das kulturelle, institutionelle und historische Erbe der Deutsch-Balten wirkt in Estland und Lettland bis heute fort.

Mit dem deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt von 1939 und der sowjetischen Besetzung des Baltikums begann die umfassende Umsiedlung („Heim ins Reich“) sowie die Flucht der verbliebenen Deutsch-Balten während des Zweiten Weltkriegs. Heute existiert nur noch eine sehr kleine deutschsprachige Minderheit in den baltischen Staaten, doch das kulturelle und historische Erbe der Baltendeutschen prägt die Region bis heute.

Baltische Wappen, ca. 1930, Autor: Baltische Gesellschaft in Deutschland e.V.

Baltische Wappen, ca. 1930, Autor: Baltische Gesellschaft in Deutschland e.V.

Glasfenster der Deutsch-Balten im Lüneburger Brömsehaus

Glasfenster der Deutsch-Balten im Lüneburger Brömsehaus

Deutsche Oberschicht

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts verstanden sich die deutschsprachigen Bewohner primär als Kurländer, Livländer oder Estländer, verbunden mit ihrer jeweiligen Landschaft. Erst unter der gemeinsamen Zugehörigkeit zum Russischen Reich entwickelte sich im 19. Jahrhundert ein übergreifendes Selbstverständnis, aus dem die Bezeichnung „Balten“ und später der präzisere Begriff „Deutsch-Balten“ hervorging. Als eine der ältesten deutschen Siedlergruppen Ostmitteleuropas prägten sie die Geschichte des Baltikums nachhaltig, bis ihre jahrhundertelange Präsenz im Zuge der Umsiedlungen während des Zweiten Weltkriegs und der anschließenden Flucht nach Westen endete. Heute leben nur noch wenige Deutschsprachige in den baltischen Staaten, doch das kulturelle, institutionelle und historische Erbe der Deutsch-Balten wirkt in Estland und Lettland bis heute fort.

Berechnungsgrundlage: Henning Bauer, Andreas Kappeler, Brigitte Roth (Hrsg.), Die Nationalitäten des Russischen Reiches in der Volkszählung von 1897, Band B, Stuttgart 1991, S. 359.

Berechnungsgrundlage: Henning Bauer, Andreas Kappeler, Brigitte Roth (Hrsg.), Die Nationalitäten des Russischen Reiches in der Volkszählung von 1897, Band B, Stuttgart 1991, S. 359.

Quelle: Henning Bauer, Andreas Kappeler, Brigitte Roth (Hrsg.), Die Nationalitäten des Russischen Reiches in der Volkszählung von 1897, Band B, Stuttgart 1991, S. 359 und 379/

Mit dem deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt von 1939 und der sowjetischen Besetzung des Baltikums begann die umfassende Umsiedlung („Heim ins Reich“) sowie die Flucht der verbliebenen Deutsch-Balten während des Zweiten Weltkriegs. Heute existiert nur noch eine sehr kleine deutschsprachige Minderheit in den baltischen Staaten, doch das kulturelle und historische Erbe der Baltendeutschen prägt die Region bis heute.

Quellen: Siehe Impressum

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